Allihies – Cork – Dublin

Von der wildromantischen Halbinsel Beara quer über die halbe Insel direkt in die pulsierende City von Dublin. Was für ein Tag! Aber wie immer erstmal der Reihe nach…

Am Vorabend sass ich mit einem Irish Coffee à la Irene vor dem B&B in Allihies und genoss den wunderbaren Blick auf den Atlantik hinaus. Es war so friedlich auf dieser schönen Halbinsel, dass ich beinahe vergass, dass eigentlich ich schon längst wieder auf dem Weg Richtung Flughafen sein sollte.

Da kam eine Mitteilung von Santi, dem lustigen Tramper den ich vor ein paar Tagen in Dingle getroffen hatte. Er schrieb, er sei jetzt in Dublin und fragte, wo ich denn gerade sei. Wir könnten doch in der City ein Bier trinken gehen :-) ja, ja…

Irene, meine liebenswerte Hostmum, meinte, dass die Strecke in sechs Stunden zu machen sein müsste. Sie zeigte mir auf der Karte den besten Weg und da ich ja sowieso in diese Richtung musste, sagte ich Santi zu, mich mit ihm in Dublin zu treffen.

Am darauffolgenden Morgen machte ich mich gut gestärkt mit einem phantastischen Frühstück also auf den Weg. Das Wetter war morgens um neun wunderschön, sodass ich die Weiterfahrt über den Ring of Beara nochmal richtig geniessen konnte. Die Strassen bis Glengarriff waren nicht mehr ganz so gefährlich schmal aber stellenweise auch nicht ganz ohne :-)

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Danach gings via Ballylicke nach Cork. Die holprigen Stassen in Irland habe ich unterdessen übrigens richtig lieb gewonnen… Es machte einen riesen Spass, wie ein Einheimischer über die Bodenwellen zu hüpfen und durch die abwechslungsreiche Landschaft zu fahren! Wer hier schon mal mit dem Auto unterwegs war, wird verstehen, was ich meine :-) Cork konnte ich dann auf der Schnellstrasse umfahren, sodass ich mich schon bald auf der Autobahn nach Dublin befand. Glücklicherweise habe ich ein sehr bequemes Mietauto, welches die lange Fahrt recht angenehm machte.

Nach 5 1/2 Stunden und knapp 400 km erreichte ich Dublin. Dort musste ich mich dann nochmal eine halbe Stunde lang über mehrspurige Strassen zur Innenstadt durchkämpfen. Irene lag also mit ihren geschätzten sechs Stunden genau richtig. In der City angekommen fragte ich mich irgendwie durch und fand tatsächlich einen Parkplatz in der Nähe von Temple Bar. Eine nette junge Frau zeigte mir den Weg zum gleichnamigen Pub und so war ich sogar pünktlich am Treffpunkt. Santi traf ein paar Minuten später ebenfalls ein. Ich hätte nicht gedacht, dass das tatsächlich klappen würde :-)

Nach diesen Strapazen genossen wir in der Temple Bar ein paar gemütliche Stunden während es draussen regnete. Die Stimmung war einmalig, die Leute fröhlich und die Livemusic war mitreissend und machte ganz selbsverständlich gute Laune. Schade, gibt es sowas bei uns in der Schweiz nicht!

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Nur mit Widerwillen machten wir uns gegen den Abend auf den Weg zum Flughafen, wo Santi die Nacht verbringen wollte, damit er frühmorgens seinen Flug nach Barcelona nicht verpassen würde.

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Zum Flughafen zu finden gestaltete sich dann aber äusserst schwierig. Wir sind eine volle Stunde in Dublin herumgekurvt bis wir endlich auf die M1 gefunden hatten. Unterdessen war es dunkel geworden, was das Unterfangen nicht gerade einfacher gemacht hat. Aber schliesslich haben wir sogar das richtige Terminal gefunden und ich konnte den jungen Mann wohlbehalten abliefern. It was very nice to meet you, have a nice time and take care :-)

Und dann wurde es nochmal richtig spannend! Ich hatte geplant, vom Flughafen ins nahegelegene Malahide zu fahren und dort eine Unterkunft zu suchen. Ich hatte aber nicht damit gerechnet, dass es so spät werden würde und ich das bei völliger Dunkelheit machen müsste. Kurz gesagt, ich habe mich natürlich heillos in der stockfinsteren Nacht verfahren. Beinahe eine Stunde lang irrte ich in der Finsternis umher, bis ich glücklicherweise doch noch ein B&B fand (soll einer die Schilder sehen, wenn es stockdunkel ist!). Ich hatte mich geistig schon darauf eingestellt, irgendwo am Strassenrand im Auto zu schlafen, aber das blieb mir dann doch erspart.

Kurz nach zehn Uhr abends klingelte ich an einer fremden Haustüre und wurde sehr freundlich empfangen. Ich hatten keinen blassen Schimmer, in welcher Ortschaft ich mich befand und wie die Unterkunft eigentlich hiess. Nach dem Passwort fürs WiFi hatte ich vergessen zu fragen und so fiel ich nur noch müde aber sehr erleichtert ins Bett. Das war vielleicht ein erlebnisreicher Tag!

Übrigens… In jedem Reiseführer wird mehrmals ausdrücklich darauf hingewiesen, dass man als Tourist keinesfalls nachts mit dem Auto unterwegs sein soll. Nun weiss auch ich, warum! :-)

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3 Kommentare zu „Allihies – Cork – Dublin

  1. Spannend, wie immer, Moni – fast wie eine Geschichte aus einem Roman…….ich lese Deine Beiträge immer gerne! Machs guet LG Sandra

  2. Unglaublich wie hilfsbereit du bist. Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erzählen! Nun noch der Endspurt, dann kannst du dich in der Schweiz erholen. Guten Flug, Küsschen MaPa

  3. Na ja… Ganz uneigennützig war das ja nun auch wieder nicht. Erstens hat der Besuch der Temple Bar in netter Begleitung bestimmt mehr Spass gemacht. Und zweitens bin ich ganz froh, dass ich heute nicht immer noch irgendwo im Süden rumhänge, sondern bereits in der Nähe vom Flughafen bin :-)

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