Aus dem Bett gefallen…

… und das nicht sinnbildlich, sondern wörtlich!

Als Schweizer ist man ja immer versucht, sich anzupassen. Deshalb habe ich in der Nacht ebenfalls für mächtig Lärm gesorgt… Indem ich unter Getöse aus dem Bett gefallen bin und dabei gleich noch das wacklige Nachttischchen mitgerissen habe. Das hat vielleicht gerummst! :-)

Das Kleinkind im Nebenzimmer war dann auf jeden Fall wieder wach und hat noch eine Stunde lang geplärrt.

Ausser einer kleinen Beule am Kopf und einem aufgeschürften Handgelenk mit einem grossen blauen Fleck habe ich das nächtliche Abenteuer aber gut überstanden. Belohnt wurde ich dafür mit einem wundervollen Blick auf die Bucht von Dingle…

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Liscannor – Listowel – Tralee – Dingle

Der heutige Tag ist eigentlich schnell erzählt… Ein perfekter Morgen, eine lange Fahrt im Regen, schmuddeliges B&B am Abend. Aber der Reihe nach…

Mary, die gute Seele vom Moher House, ist heute früh aufgebrochen, um zu einer Hochzeit zu fahren. So hat Paddy mit Unterstützung von Eileen für das Frühstück gesorgt. Die beiden haben das hervorragend gemacht.

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Danach habe ich mich noch eine Weile mit Joan und Dave unterhalten. Die beiden waren gestern Abend angekommen und sind aus Tennesee, U.S.A. Nachdem ich meine Sachen zusammengepackt hatte, machte ich mich wieder auf den Weg.

Die Bucht von Liscannor konnte ich noch bei Sonnenschein bewundern. Auf der Route über Quilty, Doonbeg bis runter nach Kilrush zogen aber immer mehr dunkle Wolken auf. In Killimer schüttete es dann ziemlich heftig, während ich auf die Fähre wartete, welche mich nach Tarbert bringen würde.

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Die Überfahrt dauerte zwanzig Minuten und war ebenfalls sehr nass. Deshalb zog ich es vor, im trockenen Auto zu bleiben und deshalb gibt es hiervon leider auch kein Foto.

Heil am anderen Ufer ;-) angekommen, ging es weiter auf der N69 via Listowel nach Tralee. Das ist vielleicht eine komplizierte Stadt! Gefühlte 100 Kreisel ohne Angabe von Nationalstrassen. Einige Kreisel habe ich unfreiwillig mehrfach befahren und jedesmal eine andere Ausfahrt ausprobiert. Wenn es die falsche Wahl war, hatte ich jeweils das nächste Problem, nämlich das, dass ich irgendwo wenden musste. Irgendwann hats dann doch geklappt und ich fand auf die N86 Richtung Dingle.

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In Camp machte ich einen kurzen Halt in einer Taverne und ass etwas. Der Plan war eigentlich, dort nach einem guten B&B in der Nähe von Dingle zu suchen. Leider hat das WiFi dann doch nicht funktioniert, so dass ich auf gut Glück auf die Suche gehen musste. Und irgendwie habe ich das heute voll vermasselt!

Zuerst das Positive: Als ich in Dingle ankam herrschte perfekter Sonnenschein und ich konnte einen atemberaubenden Blick auf die Dingle Bay werfen. Sogar Palmen wiegen sich hier im Wind. Traumhaft!

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In Dingle selber waren wegen einem Marathon Anlass sämtliche Unterkünfte besetzt. Bei einem Dreisterne B&B mit Tripadvisor Logo habe ich dann angehalten und nach einem Zimmer gefragt (von aussen hat alles ganz hübsch ausgesehen).

Die Dame des Hauses meinte, ich hätte Glück, weil jemand abgesagt hätte (der wusste wohl warum). Das Zimmer sei aber ziemlich klein. Ich war müde von der langen Fahrt und so sagte ich zu. Was soll ich sagen? Sauber ist auf jeden Fall anders. Alles ist alt und wirkt schmuddelig. Wäääh! Das Klo ist auf dem Gang und wird von den Gästen gemeinsam benutzt (also nicht gleichzeitig!). Das ginge ja alles noch, ist ja nur für eine Nacht. Aber zu allem Elend kommt hinzu, dass es sehr laut ist. Dauernd schlagen irgendwelche Türen, Leute stolpern lachend und lärmend die Treppe rauf und runter, der Typ im Zimmer links von mir hustet sich die Seele aus dem Leib und im Familienzimmer auf der anderen Seite schreit ein Baby, als hätte es drei Tage lang keinen Schoppen mehr bekommen. Aber wenigstens scheint es ein fröhliches Haus zu sein ;-)

Auf diesen Schock brauche ich eine Zigarette. Blöderweise hat es unterdessen wieder angefangen zu regnen und meine Regenjacke liegt im Auto… What a wonderfull day!

Aber konzentrieren wir uns auf das Positive… Ich habe ein Bett zum schlafen und ein Dach über dem Kopf :-))) Und falls ich diese Nacht überleben sollte, melde ich mich morgen wieder…

Doolin – Aran Islands

Den heutigen Reisebericht muss ich mit einem kurzen Nachtrag beginnen. Ich habe gestern Abend noch einen Spaziergang zu den Klippen gemacht, was sich absolut gelohnt hat. Von Touristen war kaum noch etwas zu sehen und die Klippen waren in der Abenddämmerung fast noch eindrücklicher als tagsüber. Nur der Rückweg war auf der engen Strasse bei Dunkelheit etwas abenteuerlich ;-)

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Als ich zurück ins Lodge kam, erwartete mich Mary bereits mit einem heissen Irish Coffee. Am heimeligen Kaminfeuer habe ich mich dann noch bis Mitternacht mit einem sehr netten Paar aus Holland unterhalten. Das war ein richtig toller Abend!

Heute Morgen wurde ich von der aufgehenden Sonne geweckt. Das machte es mir einfach, gleich unter die Dusche zu hüpfen und mich für den kommenden Tag bereit zu machen.
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Eigentlich hatte ich versprochen, nichts mehr über das Thema Frühstück zu schreiben. Aber heute muss es doch nochmal sein: Der Frühstückstisch im Moher Lodge ist schlicht der Hammer! Weisse Damasttischdecke, perfekt gebügelte Stoffservietten, silbernes Besteck und frische Blümchen auf jedem Tisch. Wie im Nobelhotel! Und das Frühstück selbst war natürlich sowieso perfekt. Der Lachs mit Rührei und Toast hat jedenfalls vorzüglich geschmeckt. Danke, Mary!

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Frisch gestärkt machte ich mich auf nach Doolin, ein kleines Fischerdorf mit 200 Einwohnern. Mein Ziel waren die Aran Islands, welche man von Doolin aus per Schiff erreichen kann. Zu dieser Inselgruppe gehören die drei Felsinseln Inisheer, Inishmaan und Inishmore.

Manchmal ist es von Vorteil, wenn man nicht alles versteht… Ich hatte ein Ticket für die erste Insel, Inisheer. Da ich das aber nicht geschnallt hatte, fuhr ich immer weiter und weiter bis zur letzten Insel, Inishmoore. Dort fragte ich den Kapitän, wann wir denn wieder zurückfahren würden. Er sah sich mein Ticket an und meinte «You’re on the wrong Island!». Aha. Dumm gelaufen. «We can take you back to Inisheer, no problem.» Das fand ich dann ziemlich nett :-) Ich hatte ja nur für eine Insel gezahlt, nicht für die Fahrt zu allen dreien!

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Schliesslich hatte ich es dann doch noch auf die richtige Insel geschafft. Dort machte ich mit Steven eine kurze Autotour über die Insel. Steven ist ein Einheimischer, auf der Insel geboren und spricht noch Gälisch.

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Da ich noch etwas Zeit hatte, setzte ich mich in den Aussenbereich eines Pubs und genehmigte mir einen Irish Coffee. Pubs gibt es auf dieser kleinen Insel übrigens gleich drei :-) Dann gings zurück zum Pier, wo das Boot zurück nach Doolin bereits wartete.

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Auf der Rückfahrt wurde das Wetter nach und nach unfreundlicher und das Schiff schaukelte teilweise ganz schön. Und nein, daran war definitiv nicht der Irish Coffee schuld!

Nach einem kurzen Zwischenhalt in Doolin – wo ich zu meiner grossen Freude einen Delphin gesehen habe – ging die Fahrt weiter zu den Klippen. Der Himmel hatte sich zwischenzeitlich bedrohlich verfinstert und die Wellen waren ziemlich heftig. Es war genial!

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Bis wir bei den Klippen ankamen, hatten sich die Wolken auch schon wieder etwas verzogen und der Wellengang hatte ebenfalls nachgelassen. Das Boot fuhr ziemlich nahe an die Felsen heran, sodass man sogar die Seevögel gut sehen konnte.

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Auf dem Rückweg bot sich dann nochmal ein herrlicher Blick auf das Meer hinaus. Ein wirklich toller und erlebnisreicher Tag auf dem Wasser war das!

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Westport – Galway – Kinvarra – Cliffs of Moher

Für einmal habe ich heute das gemacht, was ich mir vorgenommen hatte. Nämlich, mich auf den Weg Richtung Süden zu machen.

Die Verabschiedung von Maire und Declan fiel sehr herzlich aus. Mit vielen Tipps und frischen Früchten im Gepäck fuhr ich also bei bestem Wetter los. Es würde eine lange Fahrt werden und ich war zu Beginn nicht so sicher, ob ich das Tagesziel – die Cliffs of Moher – heute erreichen würde.

Zuerst fuhr ich auf der 330 Richtung Süden. Die Strasse war wie vielerorts in Irland ziemlich schmal und zahllose Bodenwellen sorgten dafür, dass ich ordentlich durchgeschüttelt wurde. Dafür zeigte sich das Wetter wirklich von seiner besten Seite.

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Bei Partry erreichte ich die N84, auf welcher ich dann bis nach Galway mehr oder weniger durchgefahren bin. Und ich darf – nicht ohne Stolz – berichten, dass ich in Galway sämtliche Kreisel und alle (wirklich alle!) Kreuzungen mit Bravour gemeistert habe und auf Anhieb den richtigen Weg gefunden habe. Also gut, ich gebe es zu… In Clarinbridge habe ich einen Einheimischen angequatscht, weil ich dann doch nicht ganz sicher war, ob ich auf dem richtigen Weg war. Er war sehr nett und hat mir bestätigt, dass Kinvarra die nächste grössere Ortschaft sei. Er hat noch gemeint, ich sei eine «brave woman» und mir eine gute Weiterfahrt gewünscht :-) Natürlich nicht ohne mir vorher ein paar gute Tipps für die weitere Route zu geben. In Kinvarra habe ich dann eine kurze Kaffeepause eingelegt und mir die Füsse vertreten.

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Danach gings weiter auf der N67 bis nach Ballyvaughhan. Auf dieser Strecke gabs zwei unerwartete kurze Pausen. Die erste wegen einer ganzen Kuhherde, welche etwas orientierungslos auf der Strasse herum irrte und die zweite weil Bäume geschnitten wurden, wofür man in Irland offensichtlich die ganze Strasse braucht. Man beachte, es ist eine Strecke auf welcher man 100 km/h fahren dürfte. Das schöne daran ist, dass sich deswegen niemand aufregt. Man steigt halt aus, wartet und redet über das Wetter. Sowas möchte ich mal in der Schweiz sehen!

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In Ballyvaughan bog ich auf die 477 ab, um auf der Coast Road der Küste entlang zu fahren. Das war eine gute Entscheidung, denn die Strecke ist atemberaubend schön. Ich hielt mehrfach an, um die schöne Aussicht zu bewundern und ein paar Fotos zu machen.

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Über Lisdoonvarna gings dann weiter bis zu den Cliffs of Moher. Die Klippen sind absolut eindrücklich und ich freute mich sehr, dass ich sie bei schönstem Sonnenschein besichtigen konnte.

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Allerdings stand die Sonne zum Fotografieren denkbar schlecht. Deshalb habe ich mich hier im Moher Lodge bei Mary und Patsy einquartiert. Ich hatte unglaubliches Glück, dass dieses so nah an den Klippen gelegene B&B ein Zimmer frei hatte. Und ein sehr schönes noch dazu! Mit Sicht auf die Liscannor Bay sitze ich nun hier, schreibe meinen Bericht und freue mich auf einen gemütlichen Abend am Kaminfeuer.

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Wenn ich morgen früh genug wach bin,
besuche ich vielleicht nochmal die Klippen…

Feueralarm verschlafen

Offensichtlich habe ich heute Nacht wunderbar geschlafen… So tief, dass ich sogar den Feueralarm verpennt habe. Dieser sei wegen einer Fehlfunktion mitten in der Nacht losgegangen, wie mir Declan heute Morgen erzählt hat…

Heute geht es nun wirklich wieder Richtung Süden. Ganz sicher! ;-)

Tagesausflug zur Achill Island

Zum Thema Frühstück sage ich heute nichts, sonst heisst es wieder, ich würde eine Food-Tour durch Irland machen. Es war jedenfalls reichlich und es war irisch ;-) und das Duschen habe ich heute übrigens ohne Kälteschock und ohne Verbrühungen hingekriegt.

Wie gesagt sollte es heute eigentlich wieder südwärts gehen. Nach einem Gespräch mit Declan habe ich es mir aber anders überlegt und die Achill Island zu meinem Tagesziel erklärt. Die Achil Island ist die grösste Insel vor Irland und hat mit den Cathedral Rock Cliffs die höchsten Klippen Europas.

Ich machte mich also bei durchaus angenehmem Wetter auf in Richtung Mulranny. Die Gegend zwischen Newport und Mulranny ist wunderschön und ich machte mehrere kurze Stops um Fotos zu schiessen.

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Dann fuhr ich auf der 319 über die Corraun Peninsula bis nach Achill Sound. Dort gelangt man über eine Drehbrücke auf die Achill Island. Bei Cashel machte ich einen Abstecher auf den Minaun hinauf, ein Geheimtipp von Declan für Leute, die nicht allzu «scary» sind ;-) Die Stasse war dann aber nur halb so schlimm wie befürchtet. Dafür bevölkerten faule Schafe den Weg zum Gipfel und dichter Nebel kam auf. Oben angekommen sah man kaum noch die Hand vor Augen. Aber mit etwas Glück konnte ich einen wunderbaren Blick auf die Küste erhaschen.

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Auf dem Rückweg brauchte es nochmal etwas Geduld weil ein gelangweilter Schafbock partout keinen Platz machen wollte. Määähhh!

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Danach gings weiter nach Keel. Auf dem Weg dorthin habe ich einen Tramper mitgenommen, welcher mir dann gleich den Weg zum Strand gezeigt hat. Der Wind war extrem aber die Kulisse war eindrücklich. Das Meeresrauschen und das Kreischen der Möwen erzeugten eine phantastische Stimmung.

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Dann schlug das Wetter definitiv um. Ich erkämpfte mir aber trotzdem wacker den Weg bis ganz nach Westen zum Moyteoge Head. Noch mehr Regen, noch mehr Schafe, noch mehr Wind. Und dann stand ich am beinahe westlichsten Punkt von Europa. So muss das Ende der Welt aussehen… Auf dem Rückweg machte ich nochmal Halt beim Strand von Keel, von wo aus man diesmal die Klippen etwas besser sehen konnte.

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Unterdessen bin ich wieder heil im Westwood House angekommen, wo mir Maira eine schöne heisse Tasse Tee zubereitet hat.

Sheeps on the Road

Das Frühstück heute war nicht ganz so üppig wie das gestrige. Dafür habe ich im Atlantic View dank Heizdecke im Bett herrlich kuschelig geschlafen. Die Dusche war ein echtes Erlebnis… Mit hypermoderner Mischbatterie! Trotzdem hats mich zuerst eiskalt erwischt und danach beinahe verbrüht. Duschen in Irland will offensichtlich gelernt sein.

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Nach einem kurzen Smalltalk mit Margaret machte ich mich auf den Weg. Da das Wetter sich wider Erwarten gebessert hatte, entschied ich mich doch noch weiter Richtung Norden zu fahren. Das erste Ziel des heutigen Tages war die Kylemore Abbey. Sofern man die  halsbrecherische Fahrweise der Iren überlebt, ist diese Sehenswürdigkeit aus dem 19. Jahrhundert leicht zu finden. Die Anlage ist wunderbar zwischen Bergen an einem See gelegen. Sie ist heute im Besitz von irischen Benediktinerinnen und gilt als ein Muss für eine Irland-Rundreise. Wenn man so direkt vor dem alten Gemäuer steht macht es einen recht düsteren Eindruck.

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Nach diesem kulturellen Zwischenstop fuhr ich auf der Hauptstrasse weiter nordöstlich bis kurz nach Leenane. Statt auf der N59 direkt nach Westport zu gelangen, nahm ich dann – wie von Margaret empfohlen – die 335 über Delphi, Cregganbaun, Louisburgh und Murrisk. Diese enge Strasse führt durch eine atemberaubende Landschaft. Die Vegetation ist mal karg und dann wieder üppig und unerwartet farbenprächtig. Stellenweise braucht es aber starke Nerven auf dieser Strecke. Es kommt durchaus vor, dass einem ein Car in vollem «Karacho» mitten auf der Strasse entgegen kommt. Oder ein Tourist steht direkt hinter einer unübersichtlichen Kurve, weil er austeigen und ein Foti machen muss :-) Und wenns kein Car und kein Tourist ist, ist es ein Schaf, das in aller Seelenruhe auf der Strasse rumspaziert und einem eine mittlere Herzkrise beschert.

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Irgendwo auf dieser Route habe ich mich dann heillos verfahren. Die Strassenschilder in Irland sind offensichtlich nicht umsonst so legendär. Aber wie so oft im Leben hat alles auch sein Gutes… Ich bin irgendwo falsch abgebogen und landete auf einem schmalen holprigen Weg, beidseitig gesäumt von wundervollen Blumen. Ich hatte keine Möglichkeit zu wenden und so fuhr ich gezwungenermassen weiter. Und dann – völlig unerwartet – hatte ich den Atlantik vor mir. Der Anblick verschlug mir für einen Moment den Atem. Ich stand minutenlang im heftigen Wind und konnte einfach nur staunen. Es war ein perfekter Moment und das bisherige Highlight meiner Reise.

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Ein paar Kilometer vor Westport habe ich mir in einer Irischen Taverne Fish and Chips genehmigt. Eigentlich war dann der Plan, mir ein B&B für die Nacht zu suchen, doch da ich blöderweise – einmal mehr – eine Abzweigung verpasst habe, machte ich noch einen kleinen Roundtrip über Castlebar und Newport zurück nach Westport. Das war aber auch ganz schön, so sieht man doch was von der Umgebung ;-)

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Hier in Westport habe ich nun ein hübsches kleines Zimmer im Westwood House bei Maire und Declan. Die beiden haben mich sehr herzlich begrüsst, mir einen starken Kaffee gebrüht und mich mit vielen guten Tipps eingedeckt.

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Die irische Gastfreundschaft ist wirklich wunderbar. Ich bin froh, dass ich mich darauf eingelassen habe, mir jeden Tag ein B&B zu suchen, statt dass ich irgendwelche Hotelzimmer gebucht hätte. Es ist zwar teilweise ein etwas komisches Gefühl, nicht zu wissen, wo man am Abend schläft, aber bis jetzt hatte ich immer Glück.

Morgen gehts dann definitiv wieder Richtung Süden :-)

Irland pur in Galway

Der heutige Tag begann mit einem phantastischen Irish Breakfast. Als einziger Gast wurde ich von Kate und John regelrecht verwöhnt. Eine ganze Kanne Kaffee, frischen orange juice, Toast, Black Bread, Bacon and eggs, gebratener Speck, Miniatur Omeletten und eine grosse Portion gebratene Champignons. Und jeder der mich kennt, wird es kaum glauben… Ich habe tatsächlich alles weggeputzt!

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Nach einer herzlichen Verabschiedung machte ich mich mit vielen guten Tipps im Gepäck auf den Weg nach Galway. Ein paar Mal habe ich mich verfahren, aber das gehört hier dazu wenn man auch mal abseits der Hauptstrassen unterwegs ist. Kaum hatte ich mir etwas mehr Zivilisation bzw. etwas breitere Strassen gewünscht, fand ich mich auch schon mitten in Galway wieder. Am Hafen war ich zuerst etwas enttäuscht und wollte eigentlich direkt weiter. Ein Glück, dass ich das nicht getan habe…

Bei einem kurzen Spaziergang bemerkte ich einen alten Iren, der auf seinem kleinen Segelboot einen Kaffee trank. Spontan und neugierig wie ich bin, habe ich ihn einfach angequatscht. Er lud mich ein, auf sen Boot zu kommen und einen Kaffee mit zu trinken. Wir haben uns eine gute Stunde angeregt unterhalten und auch er hatte jede Menge wertvolle Tipps auf Lager.

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Nach diesem spannenden Zwischenstop fuhr ich weiter Richtung Clifden. Eine nette kleine Küstenstadt mit ebenso netten Einwohnern. In einem Pub gönnte ich mir einen Kaffee und machte mich danach auf die Suche nach einer Unterkunft etwas ausserhalb.

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So bin ich nun im Atlantic View gelandet bei Margareth. Einzelzimmer sind schwer zu bekommen, darum nächtige ich heute in einem riesigen Doppelzimmer. Es hat eine grosse Dusche und einen livingroom mit Sessel und Fernseher. Eine ganze Familie fände problemlos Platz!

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Das Wetter ist weiter nördlich selbst für irische Verhältnisse nicht wirklich gut, weshalb ich Westport wahrscheinlich auslassen werde. We will see…

Zürich – Dublin – Clonmacnoise

Um sieben Uhr morgens gings los. Für einmal staufrei durch den Gubrist, flugs waren wir in Kloten. Der Flughafen war um diese Zeit noch menschenleer. Die Sicherheitskontrolle lief gut… bis mein Knie gepfiffen hat. Das hat mir dann – einmal mehr – eine Leibesvisitation beschert. Aber das kennen wir ja schon.

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Im Flieger sass ich zwischen Sigi, dem österreichischen Golfspieler sowie Brian, einem waschechten Iren. So konnte ich mich gleich sprachlich ein bisschen eingewöhnen. In Dublin gelandet suchte ich den Schalter von Hertz, um mein reserviertes Auto abzuholen. Da ging noch alles zackig. Per Minibus wurde ich mit anderen Touris zur Aussenstelle gefahren und dort hiess es dann erst mal anstehen. Es hat eine ganze Weile gedauert, aber schliesslich konnte ich meinen Mietwagen in Empfang nehmen. «The car is a little bit larger… It’s o.k., isnt‘ it?» – Ja klar, it’s o.k. Hmmm… Da wusste ich noch nicht, wie eng die Strassen hier tatsächlich sind.

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Aber erstmal gings ab auf die Autobahn. So wars jedenfalls geplant… Uuhhh… In welche Richtung eigentlich? Ich gebs zu, gleich bei der ersten Abbiegung bin ich falsch gefahren und habe deshalb den Flughafen gleich nochmal besichtigen dürfen. Schliesslich hats dann doch geklappt und ich habe die Autobahn gefunden. Eigentlich wollte ich bis nach Athlone auf der Autobahn bleiben. Aber da mir langsam der Magen knurrte, nahm ich irgendeine Ausfahrt und… landete im Nirwana. Jedenfalls ist mein Renault Fluence offensichtlich Schlaglöcher tauglich. Sehr beruhigend! Die Landschaft ist unglaublich! Und es ist irgendwie einfach nur grün! Wahnsinn!

Irgendwann hab ich dann eine kleine Ortschaft gefunden, in der es tatsächlich einen Supermarkt gibt. Dort habe ich ein paar Kleinigkeiten eingekauft und konnte Hunger und Durst stillen. Danach gings auf einer «Hauptstrasse» einigermassen zivilisiert weiter. Mehr oder weniger durch Zufall sah ich einen Wegweiser Richtung Clonmacnoise, welches ich dann auch besichtigt habe. Zum Glück hatte es nur wenig Touristen, so dass ich ein paar Fotos schiessen konnte. Flugs zur richtigen Zeit riss sogar die Wolkendecke auf und bescherte mir ein paar wärmende Sonnenstrahlen. Clonmacnoise strahlt irgendwie etwas Mystisches aus. Es hat mir auf jeden Fall gefallen und der Wind und die frische Luft haben gut getan. Irland2013_0002   Irland2013_0003

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Auf der Weiterfahrt habe ich zufällig ein schönes B&B gefunden: Das Kajon House. Die Betreiber Kate und John sind just lovely und haben mir einen starken Kaffee gemacht. Nun sitze ich in einem hübschen sauberen Zimmer und warte darauf, dass das WiFi mal für fünf Minuten funktioniert, damit ich diese Zeilen in die Welt hinaus schicken kann. Ich bin sehr gespannt, was der kommende Tag bringen wird…

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Der Koffer ist gepackt…

… und bereits eingecheckt. Nachdem ich vor dem Gubrist (wo au susch?) zuerst einmal im Stau gestanden bin, habe ich erfolgreich mein erstes Self-Check-In am Flughafen Kloten hinter mich gebracht. Der Koffer ist also eingecheckt und das E-Ticket sowie Borardingcard liegen auch parat. Der Fotorucksack ist ebenfalls gepackt und die Handtasche mit allen notwendigen Unterlagen bestückt. Somit wäre ich bereit zum Abflug. Und ja… Ich habe alles drei Mal kontrolliert ;-)
Morgen früh um 7 Uhr geht’s los…

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